1995

11.03.1995

Gemeindeleben Nagelneues Dorfgemeinschaftshaus steht allen Einwohnern von Cörmigk offen Ansprüche von Alteigentümern trafen die Kommune hart - jetzt Ausgleich da: Von unserem Redakteur RALF LEUTHER Cörmigk/MZ.

Daß Unglücksfälle zuweilen auch ihre guten Seiten haben, kann man zur Zeit in Cörmigk sehen. Die Gemeinde wurde besonders hart durch Rückführungsansprüche getroffen. Nicht nur daß das alte Haus der Gemeindeverwaltung futsch ist, auch die Festwiese des Ortes ging samt des darauf stehenden Feuerwehrhauses verloren. Das Gute an der ganzen Misere: Man baute an der nach Baalberge führenden Straße ein nagelneues Dorfgemeinschaftshaus, in dem auch gleich die Feuerwehr eine Unterkunft findet. Obwohl die offizielle Einweihung des Gebäudes noch aussteht, herrscht in dem Dorf-Treff bereits reges Leben. Gemeindeverwaltung und Bibliothek sind bereits in ihr neues Domizil umgezogen, und auch die Feuerwehr richte sich zur Zeit dort ein. Eine Art Zentrum des Dorflebens soll der Saal des Gemeinschaftshauses sein. Egal ob private Feier, Vereinsfest oder Theateraufführung - hier sind die Voraussetzung für solche Aktivitäten vorhanden. Das belegte auch der Seniorennachmittag, der vor einigen Tagen hier stattfand. Für Aufführungen ist selbstverständlich eine Bühne vorhanden. Eine öffentliche Gastwirtschaft solle das neue Dorfgemeinschaftshaus jedoch nicht werden, sagte Bürgermeister Egon Müller. So gibt es auch keinen Pächter, der die Bewirtung übernimmt. Man habe nicht von einem Gastwirt abhängig sein wollen, erklärte Müller. Zwar wolle man einen Vertrag mit einer Firma abschließen, die dann Essen und Trinken für Veranstaltungen anbiete. Der Saal könne jedoch auch gemietet werden, ohne daß dieser Service in Anspruch genommen werde. Auch für die abhanden gekommene Festwiese soll demnächst Ersatz geschaffen werden. Das Gelände einer in der Nähe gelegenen ehemaligen Gartensparte wird zur Zeit von ABM-Kräften zu diesem Zweck umgestaltet. Außer einemPlatz zum Feiern denkt man auch daran, einen kleinen Spielplatz anzulegen. Und so hätte dann auch der Cörmigker Nachwuchs etwas von dem Mißgeschick mit den Rückführungsansprüchen



13.04.1995

Osterfeuer in Cörmigk Cörmigk/MZ.

Auch in diesem Jahr veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr Cörmigk am Ostersamstag ein Osterfeuer. Treffpunkt ist um 19 Uhr an der Gaststätte Wille. Von dort aus setzt sich der Fackelumzug um 19.15 Uhr in Bewegung. Gegen 20 Uhr wird dann das Osterfeuer entzündet. Musikalisch unterstützt der Blasmusikverein Bebitz die Feuerwehr. Deren Chefkoch bietet hausgemachte Soljanka und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone an.



08.05.1995

Cörmigk Feuerwehr feierte60 jähriges Bestehen Buntes Fest-Programm rund ums neue Dorfgemeinschaftshaus Von unserem Redakteur RALF LEUTHER Cörmigk/MZ.

Gleich zwei Gründe gab es für die Cörmigker Freiwillige Feuerwehr am Wochende zum Feiern: Sie konnte sich über ihr 60jähriges Bestehen freuen und gleich noch ihr neues Feuerwehrhaus, daß die Brandlöscher im März bezogen, einweihen. Es ist Teil des neuerbauten Dorfgemeinschaftshauses. Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Cörmigk war der 18. Mai 1935. Man habe damals das Entstehen einer solchen Vereinigung von offzieller Seite gefordert, sagte Wehrleiter Klaus Bergmann. Dies sei wohl in Vorbereitung auf den II. Weltkrieg geschehen. Urkundlich erwähnt werde eine erste Cörmigker Feuerwehr jedoch bereits im Jahr 1850. Zur Zeit gehören der Wehr 24 Aktive an, darunter auch vier Frauen. Der größte Einsatz der Brandbekämpfer liegt gerade einmal drei Jahre zurück. Am ersten Weihnachtstag des Jahres 1992 brannte die Cörmigker Kirche. Für Samstag nachmittag - den die Schalmeienkapelle Cositz musikalisch begleitete gab es umfangreiche Feuerwehr-Vorführungen. Daran beteiligt waren neben der Cörmigker Wehr die Freiwillige Feuerwehr Peißen, die Freiwillige Feuerwehr Biendorf und die Freiwillige Feuerwehr Gröbzig. Enttäuscht zeigte man sich in Cörmigk darüber, daß die Bernburger Feuerwehr sich geweigert hatte, sich an den Feierlichkeiten zu beteiligen. Den Bernburgern sei die Cörmigker Wehr zu klein gewesen, sagte Bergmann. Am Samstag abend nutzte man auch gleich das neue Dorfgemeinschaftshaus. Im großen Saal wurde ein Tanzabend veranstaltet. Am Abend vorher hatten die Cörmigker Brandbekämpfer im kleineren Kreis gefeiert. Dabei waren Wehrleiter Bergmann, Gerd Wachsmut und Martina Hubert für ihre Verdienste ausgezeichnet worden. Außerdem ernannte man Bürgermeister Egon Müller zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Cörmigk.



04.09.1995

MARTIN HÜTTNER von der Freiwilligen Feuerwehr Cörmigk wurde beim Verbandstag von Landrat Ulrich Gerstner im Auftrag des Innenministers des Landes Sachsen-Anhalt mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande geehrt. DER KREISAUSSCHEID der Feuerwehren findet am 16. September 1995 in Cörmigk statt. FRAUENGRUPPEN bestehen in 17 Wehren des Kreises, die bei Abwesenheit der Männer die Einsatzbereitschaft sichern.



18.09.1995

Wettkampf Feuerwehr-Mannschaften löschten um die Wette "Wasser marsch!" hieß es am Sonnabend in Cörmigk - 19 Lösch-Gruppen traten beim Kreisausscheid an - Am E Cörmigk/MZ/gö.

Der vergangene Sonnabend wurde zu einem Höhepunkt für die Freiwilligen Feuerwehren des Kreises. Der Kreisfeuerwehrverband hatte die Freiwillige Feuerwehr Cörmigk mit der Ausrichtung des Kreisausscheides im Löschangriff beauftragt. Fünf Frauen- und 14 Männermannschaften mit je sieben Wehrleuten nahmen am Leistungsvergleich teil. Ein Stab von Kampfrichtern ermittelte die Ergebnisse. Alle übrigen Mitglieder der teilnehmenden Wehren feuerten die Wettkämpfer lautstark an. Sie waren aber auch kritische Zuschauer und hielten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg, wenn sie Unregelmäßigkeiten in der Ausführung des Löschangriffs beobachtet haben wollten. Auf zwei Bahnen kämpften jeweils zwei Mannschaften gegeneinander. Ihre Ausrüstung, eine Tragkraftspritze TS 8, Saug- und ruckschläuche, Verteiler und Strahlrohre, wurden auf einem Podest bereitgelegt. Nach dem Startkommando führten die einzelnen Mitglieder der Mannschaft die Aufgaben aus, die sie auch im Ernstfall zu übernehmen haben. An die Motorspritze Schläuche anzuschließen. Mit zwei Strahlrohren waren die am Ende der Bahn - 105 Meter von der Spritze entfernt - aufgestellten Ziele zu treffen. Der Löschangriff galt als beendet, wenn eine Kontrollampe anzeigte, daß etwa 10 Liter Wasser das Ziel erreicht hatten. Alle Wettkampfteilnehmer bemühten sich mit großem Einsatz um bestmögliche Zeiten. Tücken des Geräts machten der einen oder anderen Mannschaft einen Strich durch die Rechnung. So verdrehten sich Schläuche und es lösten sich Kupplungen. Die Mißerfolge einzelner Wehren konnte aber die Stimmung auf dem Cörmigker Sportplatz nicht trüben. Martinshörner und ein Museumsstück, eine Handsirene aus Haus Zeitz, begleiteten den Kampf um Meter und Sekunden. Eine Gulaschkanone sorgte mit Erbseneintopf für das leibliche Wohl und die Spielmannszüge der Freiwilligen Feuerwehren Alsleben und Peißen umrahmten das Geschehen mit flotter Musik. Bei der Siegerehrung wurden durch den Hauptkampfrichter Gerd Kammholz folgende Ergebnisse verkündet:Frauenmannschaften: 1. FFW Trebnitz 1:08,17 Min. 2. FFW Alsleben 1:12,15 Min. 3. FFW Belleben 1:17,26 Min.Männermannschaften: 1. FFW Könnern 0:47,37 Min. 2. Betriebs-Feuerwehr FlanschenwerkBebitz 0:52,36 Min. 3. FFW Belleben 0:53,99 Min.Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Gerhard Künzel, beendete den Kreisausscheid der Freiwilligen Feuerwehren mit einem Glückwunsch an die Sieger.