 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
                    |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 | 2007 |
|
|
08.06.2007
|
Schnelle Rettung aus der Luft Cörmigk /MZ.
VON BIANCA GRO ß MANN UND ANDREAS BRAUN
Zwei Schwerverletzte mussten gestern aus der Nähe von Cörmigk mit dem Rettungshubschrauber abgeholt werden. Die Frau aus dem Landkreis Köthen und der Mann sind vorher mit ihren Pkw zusammengestoßen.
15.15 Uhr wurden gestern Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert: Die Kreuzung aus der Landstraße von Cörmigk, Richtung Gröbzig, und der von Dohndorf, Richtung Gerlebogk, musste von der Polizei bis 17 Uhr gesperrt werden. Aus allen vier Richtungen stauten sich die Fahrzeuge.
"Diese Kreuzung ist doch eigentlich gut einsehbar! Ein Stoppschild steht auch", tauschten sich erschrockene Augenzeugen aus. Augenscheinlich wurde eben dieses Schild von der Frau mit einem roten Ford überfahren, woraufhin ein dunkelblauer Volkswagen frontal mit ihr zusammenstieß. Die zwei Pkw wurden in ein anliegendes Kornfeld geschleudert und beide erheblich beschädigt. Teile der Fahrzeuge lagen auf der Straße verstreut. Tiefschwarze Bremsspuren erzählen von dem verzweifelten Versuch, die Kollision im letzten Moment zu verhindern.
Christian Emmbler, der Einsatzleiter der Feuerwehr, berichtete, dass er mit seinen Cörmigker Kameraden bereits zehn Minuten später vor Ort war: "Wir mussten die Frau aus dem Wagen schneiden. Die Rettungssanitäter haben den Mann zu diesem Zeitpunkt bereits befreit." Danach blieb den drei Wehren vor Ort nichts als endloses Warten. Die acht Kameraden aus Peißen, fünf aus Cörmigk und elf aus Biendorf mussten den Bernburger und Köthenschen Rettungssanitätern das Feld überlassen. Nach der notwendigen ersten Versorgung in den Rettungsfahrzeugen konnten die Hubschrauber die Verletzten 16.20 Uhr und 16.40 Uhr endlich nach Halle und Magdeburg fliegen.
|
08.08.2007
|
Wasserrettung auf dem Gerlebogker See
Übung zur Wasserrettung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Cörmigk:
Wenn die Cörmigker Feuerwehr einen Ertrinkenden im Gerlebogker See retten müsste, würde das knapp zehn Minuten dauern. Gott sei Dank war es nur eine Übung zur Wasserrettung, die auf dem Dienstplan stand.
Mit dem Schlauchboot auf dem Dach des Feuerwehrautos ging es am vergangenen Freitagabend von Cörmigk zum Gerlebogker See. Schon Wochen zuvor freuten sich die sechs jugendlichen Feuerwehrmitglieder auf diese Aktion. Denn im Anschluss an die Übung stand die Übernachtung auf dem Gerlebogker Zeltplatz an. "Eine Ferienaktion, die mal richtig Spaß macht", meinte Feuerwehrmann Stefan Kipka. Da konnte auch der Feuerwehranwärter Marcel an seinem ersten Dienst etwas Besonderes erleben. Er ist sich sicher, "dass in Zukunft die blaue Uniform zu Hause im Schrank hängt." Das gebraucht erworbene Schlauchboot hat mindestens 20 Jahre auf dem Buckel und werde weitere 20 Jahre seine Dienste leisten, erklärte Wehrleiter Christian Emmler der Feuerwehr Cörmigk. "Und wir können uns seit einem Jahr glücklich schätzen, so gut für die Wasserrettung ausgestattet zu sein." Die Kameraden sind froh, dieses Boot in ihrem Besitz zu wissen - Dank eines großzügigen Cörmigker Sponsors.
Christian Emmler, Wehrleiter
|
06.09.2007
|
MDR-Landpartie Live aus Cörmigk Cörmigkt/MZ/ab
Ganz Cörmigk stand gestern Kopf. Den ganzen Tag gab es Liveübertragungen aus dem Ort im Radio. Der Sender MDR 1 hatte die Cörmigker ausgesucht, um hier die Sendung "Landpartie" zu präsentieren. Bäcker Christian Sauer hatte sogar extra ein Landpartiebrot gebacken - ein Mischbrot mit Kümmelgeschmack. Doch weit mehr gab es zu sehen. Moderator Lutz Mücke fuhr früh mit dem Schlauchboot übern Dorfteich, bevor man der Feuerwehr einen Besuch abstattete, die gleich zeigen konnte, wie schnell die Kameraden in die Einsatzkluft kommen. Für eine Überraschung sorgte Schlagersänger Bernd Clüver (Der Junge mit der Mundharmonika). Er zog mit den Zigeunern des Pfingstvereines von Haus zu Haus und bot Waren feil. So auch bei Anneliese Kipka (77), die eine Zahnbürste und eine Glasschwan bekam. Die Spenden für die Waren kommen der Kindereinrichtung zu Gute.
|
26.10.2007
|
Kastanienallee wird Kleinholz Cörmigk/MZ.
In Cörmigk wird es morgen laut. Wenn alles wie geplant verläuft, fressen sich am Vormittag die Kreissägen der Feuerwehrleute durch die Kastanienallee. Wie Bürgermeister Günter Clemens bestätigt, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung entschieden, die verbliebenen zehn Kastanien an der Straße zu fällen.
Bereits vor zwei Jahren waren die ersten Bäume gefällt worden, weil sie als nicht mehr sicher galten, sagt Clemens. Von den etwa 130 Jahre alten Kastanien seien mehrfach, vor allem nach Stürmen, große Äste abgebrochen. Durch die große Höhe habe die Gemeinde zudem Schwierigkeiten gehabt, die Bäume zu stutzen. "Bei der Fällaktion hat uns der Bauhof der Verwaltungsgemeinschaft die übrigen Bäume gekappt."
"Wir können im Prinzip mit unseren Bäumen machen, was wir wollen."
Günter Clemens
Bürgermeister
Zum Glück, sagt Clemens, habe die Gemeinde keine Baumschutzsatzung. "Wir können im Prinzip mit unseren Bäumen machen, was wir wollen." Was nicht bedeute, die Bäume grundlos "wegzumetern". Clemens: "Wir gehen natürlich vernünftig mit dem Bestand um."
Im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen-Anhalt ist die Referentin für Baum- und Alleenschutz anderer Meinung. Rechtlich, meint Melanie Medau-Heine, gebe es aufgrund der fehlenden Verordnung tatsächlich keine Einwände. "Aber bevor es keine ordentliche Baumschau gibt, sollte keine Kastanie einem Feuerwehrlehrgang zum Opfer fallen."
Um eine entsprechende Anfrage von Melanie Medau-Heine hin kümmerte sich Bernd Musche von der Unteren Naturschutzbehörde des Salzlandkreises am Mittwoch sofort. "Ich werde mir den Bestand am Freitag anschauen. Es kann sein, dass es in diesem Verfahren doch einer Genehmigung bedarf. Das kann ich aber erst nach meinem Besuch in Cörmigk sagen."
Bürgermeister Clemens reagierte auf diese Ankündigung gelassen. Bis auf einen Baum, der grundsätzlich einen kräftigen und gesunden Eindruck mache, sehe er keine Gründe für einen Einwand zur Fällung des nach seiner Ansicht überalterten Bestandes. "Aber wir warten jetzt ab." Er weiß den Rat der Gemeinde hinter sich. Grundsätzlich seien sich die Männer und Frauen vor zwei Jahren einig gewesen, dass die Allee komplett gefällt und neu angepflanzt werden soll -weil das Bild der hohen, zum Teil schiefen und vielfach von der Miniermotte geschädigten Bäume nicht mehr "alleenwürdig" war. "Wir hatten damals aber nicht genug Geld in der Gemeindekasse für die neuen Bäume." Daher seien nur die angegriffenen und instabilen Kastanien abgesägt worden.
In diesem Jahr hat Clemens extra für die Kastanien gespart. Das Geld nimmt er aus den Mitteln, die das Amt für Arbeitsförderung für Sachkosten zur Verfügung stellt, wenn die Gemeinde Ein-Euro-Kräfte beschäftigt. Für die neuen Bäume holen die Cörmigker im Moment Kostenvoranschläge ein. Bei einem Stammumfang von 15 bis 20 Zentimetern müsste man sicher mit 80 bis 100 Euro pro Gewächs rechnen, schätzt Clemens. "Das wird finanziell eine knappe Sache." Würden die Bäume teurer als geplant, splitte die Gemeinde die Pflanzung und beendet die Arbeiten 2009. Die neuen Kastanien sollen, so ist es geplant, etwas weiter eingerückt stehen. Im jetzigen Zustand sei zum Teil der Bürgersteig nicht mehr voll benutzbar gewesen, sagt Clemens.
Wenn die Sägearbeiten tatsächlich am morgigen Sonnabend durchgeführt werden, so geschieht dies im Rahmen eines Motorsägen-Seminars der Feuerwehr. An dem Kurs nehmen Kameraden aus Cörmigk, Könnern und den umgebenden Gemeinden teil.
Eine schriftliche Anfrage der BUND-Mitarbeiterin Medau-Heine an Landrat Ulrich Gerstner, in der sie ihn um Unterstützung bittet, liegt derzeit auf dem Schreibtisch Gerstners. Allerdings, so Sprecherin Ursula Rothe, sei der Landrat bis Freitag nicht im Haus. "Er wird es also nicht mehr rechtzeitig lesen können."
Cörmigk ist überall
So ein Kastanienbaum hat es wirklich nicht leicht. Er muss viele Jahrzehnte wachsen, harten Frost und lange Trockenheit überstehen und dabei die schlechte Luft filtern, um einmal ein stattlicher Baum zu werden. Ist er dann vielleicht noch etwas schief gewachsen und hat schon einige trockene Äste, ist er ganz schnell nicht mehr "alleentauglich". Dann kommt die Feuerwehr und macht ein Kettensägenseminar. Wie praktisch, wenn die Gemeinde keine Baumschutzsatzung hat.
Vor dem Hintergrund der Baumfällaktion in Cörmigk muss man den Umgang mit Bäumen grundsätzlich hinterfragen. Da wird einerseits lamentiert über den Klimawandel, dann aber werden die wichtigsten Klimaschützer gefällt, weil sie nicht mehr ordentlich in Reih´ und Glied stehen. Bäume haben in der Kommunalpolitik trotz der aktuellen Geschehnisse keine Lobby. Tsunamis sind in der Südsee, Wirbelstürme in der Karibik, die Kappen schmelzen an den Polen - aber Cörmigk ist überall.
|
27.10.2007
|
Schonfrist für Bäume Cörmigk/MZ.
Die Bäume in der Cörmigker Kastanienallee haben eine Schonfrist erhalten. Sie zu fällen, ist nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises ein Eingriff in Natur und Landschaft. "Deshalb muss der Bürgermeister einen Fällantrag stellen", so Ursula Rothe, die Pressesprecherin des Kreises. Das Naturschutzamt habe zugesagt, den Antrag schnell zu bearbeiten, zumal die Kastanien in der Allee in "keinen guten Zustand" seien. Der für heute geplante Kettensägenkurs der Cörmigker Feuerwehr (die MZ berichtete), bei dem die Kastanien gefällt werden sollten, wurde vorerst abgesagt.
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
      |
 |
 |
 |
|
|