2011

11. Juli 2011

Sitzunterlagen für die jüngsten Feuerwehrleute
VON UTE NICKLISCH

CÖRMIGK/MZ.
Im Objekt der Feuerwehr Cörmigk wurden am Samstag Sitzunterlagen an mehrere Kinderfeuerwehren übergeben. Solche Sitzunterlagen zählen zur Grundausrüstung im Auto, wenn man Kinder mitnehmen möchte. Die Kinderfeuerwehren dagegen mussten bisher stets improvisieren. Wie die Betreuerin der "Bernburger Feuerteufel", Julia Kielhorn,
sagt, mussten bisher bei jeder Fahrt die Sitze von zu Hause mitgebracht werden. Ein Transport der Knirpse war deshalb meist mit Umständen verbunden. So wie den Bernburgern erging es auch allen weiteren Wehren im Land.

Allerdings werden immer mehr Kinderfeuerwehren gegründet. Und so hat die Feuerwehrunfallkasse die Initiative ergriffen und verteilt im Rahmen einer Präventionskampagne 900 Sitzerhöhungen für die kleinen Brandschützer im Land. Der Salzlandkreis machte damit am Samstag in Cörmigk den Anfang. Da im Dorf eine der stärksten Kinderfeuerwehren im Landkreis existiert, wurde die Wehr für die Übergabe ausgewählt. Von den insgesamt 21 Kinderfeuerwehren im gesamten Salzlandkreis waren die Teams aus Baalberge, Bernburg, Brumby, Förderstedt, Gnadau, Kleinmühlingen, Neugattersleben, Peißen, Plötzkau, Atzendorf und natürlich Cörmigk selbst anwesend. Jede dieser Gruppen bekam am Sonnabend symbolisch einen solchen Kindersitze von Klaus Neuhaus von der Feuerwehrunfallkasse überreicht.

Die Sitze sollen künftig in den Händen der Kinderfeuerwehren bleiben. Die weitere Verteilung wird demnächst die Jugendfeuerwehr im Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt übernehmen. Es werde prozentual ermittelt, wie viele Stücke jede der einzelnen Wehren erhält, erklärt Christina Spiegel vom Landesfeuerwehrverband. Volker Hug, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Salzlandkreis, begrüßt die Aktion. Derzeit gebe es viele kleine Brandschützer im Land gibt, was für den Erhalt der Freiwilligen Feuerwehren auch unabdingbar sei. Deshalb sei es wichtig, für die Sicherheit des Nachwuchses zu sorgen. Das sieht auch Julia Kielhorn so. "Ich finde die Idee ganz toll, denn es wird noch viel zu wenig für die Kinderfeuerwehren getan", sagt sie.

Ebenso angetan von dieser Sache ist die Yvonne Dix, die für die Kinderfeuerwehr in Cörmigk verantwortlich ist. Sie rief mit anderen Truppe vor etwa zwei Jahren die Kinderwehr ins Leben, obwohl sie selbst kein Mitglied der Feuerwehr ist. Zu ihrer Überraschung stieß sie bei den Kindern auf sehr viel Interesse. "Wir wollten das einfach mal ausprobieren. Damit haben wir allerdings nicht gerechnet", freut sie sich über den Erfolg.

Denn derzeitig sind Cörmigker 16 Kinder aktiv in ihrer Truppe tätig, was in einem Ort mit nur 580 Einwohnern schon nicht unbedeutend ist. Yvonne Dix hat sie eine pädagogische Ausbildung und kann die Kinder mit praktischen und spielerischen Aktivitäten für die Gemeinschaft begeistern. Kürzlich erst unternahmen die Jüngsten eine Rallye durch das Dorf, wobei sie alle Hydranten im Ort begutachtet wurden.

Auch die Veranstaltung am Samstag war mit dem offiziellen Teil noch lange nicht zu Ende. Denn für alle Kinder hielt die Kinderwartin jede Menge an bunter Kreide bereit, so dass sich die Kinder im Anschluss auf der Freifläche vor dem Feuerwehrhaus mit ihren malerischen Kunstwerken verwirklichen durften.




 

Klaus Neuhaus, stellvertretender Geschäftsführer der Feuerwehrunfallkasse, übergibt die neuen Kindersitzerhöhungen. (FOTO: UTE NICKLISCH)